Gastfreundschaft

Als Zugezogener in Bottrop Gastfreundschaft zu genießen scheint etwas außergewöhnliches zu sein. Vor ca. 3 Jahren wurde mir zum Beispiel angekündigt, dass ich mal zum Grillen kommen soll. Diese Einladung hat bis heute nicht stattgefunden. Mir wird nur vom Grillen erzählt. Diese Verhaltensweise ist typisch.

Biergarten erbärmlich

Die Mühle.
Erstes Erlebnis:
Sonniger Tag nach Pfingsten, gehe zur Mühle um draußen in der Sonne gemütlich ein Getränk zu trinken. Seit 3 Tagen sonniges Wetter. Keine Tische, keine Stühle draußen. Begründung der Chefin: da vorher kalt, keine Tische und Stühle draußen, hatten bisher keine Zeit die rauszustellen.
2.Erlebnis:
Am 07. Juni 2012, 18:20 Uhr. Stühle, Tische draußen, aber mit Stahlband gefesselt. Auf meine Frage, ob ich nicht draußen sitzen darf, folgende Antwort: „Regen ist angesagt, wenn es anfängt zu regnen, macht es zuviel Arbeit die Gäste reinzuholen.“ Es hat bis mindestens 22 Uhr nicht geregnet.
Ich bin zum Passmanns gegangen, dort durfte ich draußen sitzen.
Mühle hat nur Dienstag, Mittwoch, Donnerstag geöffnet. Ich denke, wenn einen die Gäste stören, sollte man (frau) keine Gastronomie führen.

Ende einer Ära

29 Jahre lang waren die Freundinnen Waltraut Graf und Marlies Wode die guten Seelen der „Fidelen Stube“. Jetzt nahmen sie zum Bedauern vieler offiziell Abschied. Vor 30 Jahren als die Kinder aus dem Hause waren, begannen sich die beiden Damen ehrenamtlich zu engagieren. Jetzt müssen die jüngeren Nachrücken. Bunte Servietten zieren beim Abschiedskaffee ein letztes die meterlange Kaffeetafel, ein Buffet war angerichtet, nur der Kuchen fehlt noch. Alle zwei Wochen haben Waltraut Graf und Marlies Wode gebacken, verschiedene Torten, Obstböden und immer wieder Streuselkuchen. Bottrop darf gespannt sein, wie es ohne die beiden Damen weitergeht.

Bottrop Eldorado für Taschendiebe?

Am Donnerstag veranstaltete die Bottroper Polizei eine kleine Demonstration in der Innenstadt, wie leicht Taschendiebe es haben, wenn sie im morgentlichen Marktgetümmel darauf aus sind, Handys oder Geldbörsen zu entwenden. Zum Glück war der Taschendieb jedoch kein Profi, sondern nur ein profihaft agierender Polizeibeamter, der die Passanten für das Problem sensibilisieren wollte. Besonders leichte Beute sind Korbträgerinnen, die ihr Geld und Handy oft besonders unachtsam im Einkaufskorb verstauen. Besser ist es, Geld und andere Wertsachen in der Gesäßtasche zu deponieren. Da ist die Abschreckung für den Dieb doppelt so groß. Will er einer Dame die Börse aus der Gesäßtasche klauen, droht nicht nur die Anzeige wegen Diebstahl, sondern möglicherweise noch wegen ganz anderer Delikte.

sei froh das du in bottrop wohnst

ich habe mich hier angemeldet, weil ich seit 4 jahren in den usa lebe. bevor ich hierher kam habe ich 25 jahre in bottrop gelebt. nun werden vielleicht viele von euch sagen „wow, usa, da wuerde ich auch gerne hin“ und ich kann euch sagen, es ist wirklich einen urlaub wert. aber wenn du jeden tag hier lebst und arbeitest wie ich, dann kann ich euch sagen wuerdet ihr bottrop doch sehr vermissen.

wenn ich nur daran denke, wie ich im extrablatt auf der terrasse gesessen habe und an einem warmen sommermorgen eine cafe latte schluerfen konnte und dabei die leute beim stadtbummel beobachtete. das hoert sich jetzt vielleicht dumm an und ihr denkt , was ist daran so besonders, aber ich kann euch sagen ihr wuerdet es schrecklich vermissen, wenn ihr es ploetzlich nicht mehr koenntet. hier in den usa ist alles anders. es gibt hier in florida wo ich lebe keinen richtigen stdtkern wie in bottrop. keine fussgaengerzone in der keine auto fahren. was dem extrablatt hier vielleicht am naechsten kommt ist starbucks, natuerlich direkt an der hauptstrasse damit man es leicht mit dem auto erreichen kann (faule ammis). und selbst wenn man sich hier draussen hinsetzt und man ist mein amerikanern zusammen, heisst es nur „okay bist du mit deinem kaffee fertig, koennen wir jetzt gehen. amerikaner koennen ihr leben einfach nicht geniessen, wie wir bottroper es tun. und niemand kann es hier verstehen, wenn ich versuche zu erklaeren, dass zum essen auszugehen nicht nur essen bedeutet. ich meine ich bin daran gewoehnt mit freunden ins restaurant zu gehen und einige stunden dort zu verbringen. man isst, man trinkt, man lacht und unterhaelt sich. nicht hier in amerika. man geht hier aus zum essen und das ist es dann. man haeelt sich fuer hoechstes 30 oder 45 minuten dort auf. das hat unteranderem auch damit zu tun, dass die kellner hier nur auf trinkgeld arbeiten. das bedeutet du bekommst ein festgehalt von 4 dollar in der stunde. da das trinkgeld nicht im preis enthalten ist, ist der gast verantwortlich dir zwischen 12 und 20% von der gesamtrechnung als trinkgeld zu geben. ist natuerlich nicht sehr gut fuer den kellner wenn jemand sich lange an seinem tisch aufhaelt, da er nicht genug geld machen kann. auf der anderen seite stoerrt amerikaner dieses verhalten nicht wirklich, da niemand sich lange im restaurant aufhalten will. da heisst es nur rein, essen und raus. schrecklich!

ich weiss das viele denken bottrop ist nicht hip genug, es sei zu alt oder dreckig. aber ich kann nur sagen, ich lebe am anderen ende der welt und ich kann mir nichts schoeneres vorstellen, als wieder nach hause zu kommen.

sei froh das du in bottrop lebst, es ist dort so viel besser als du denkst